Landmaschinenmechaniker

ein vielseitiger und interessanter Beruf mit Chancen für die Zukunft.

Informationen zum Beruf:

Dieser Beruf erfordert eine solide Einstellung zur künftigen Tätigkeit, da dem Landmaschinen-Mechaniker hohe Verantwortung und technische Kenntnisse abverlangt werden. Die rasante Entwicklung der Landtechnik in den letzten Jahren orientiert sich immer mehr an Höchstleistungen der einzelnen Maschinenketten, die nur noch von hochqualifizierten Fachkräften beherrscht werden können.

Elektronik, komplizierte Mechanik, Hydraulik und Pneumatik nehmen heute den Platz von ehemals einfacher Technik ein. Nur so erklärt sich die enorme Leistungssteigerung der Maschinen. Der Landwirt und insbesondere der Lohnunternehmer müssen allein aus Kostengründen für die optimale Auslastung der Technik sorgen. Voraussetzung dafür ist die ordnungsgemäße Instandhaltung, Wartung und Pflege der Landtechnik durch hochqualifizierte Fachkräfte.

Der künftige Landtechniker sollte sich allerdings auch über einen oftmals unregelmäßigen Arbeitsablauf während der Erntesaison im klaren sein, denn unser Gewerk arbeitet in diesem Zeitraum weitestgehend „unter freiem Himmel“ ,eben wie es die Produktionsketten der Landwirtschaft erfordern. Der Landmaschinenmechaniker, der oftmals auch der Bediener von Großmaschinen ist, findet heute natürlich hochmoderne Technik vor, die z.B. über klimatisierte Fahrerkabinen mit allem Komfort verfügen und mit elektronischen Überwachungssystemen ausgerüstet sind.

Der Landmaschinenmechaniker trägt eine hohe Verantwortung gegenüber der Bevölkerung seines Landes, da er unmittelbar an der Produktion von hochwertigen Nahrungsmitteln beteiligt ist. Dieser Verantwortung sollte sich der künftige Bewerber für diesen Beruf ebenfalls bewußt sein.

Ein in der Landtechnikbranche Ausgebildeter verfügt nach seinem Abschluß über äußerst umfangreiche technische Kenntnisse und hat sich in der Regel ein hohes Maß an Arbeitsdisziplin und Kundentoleranz angeeignet, was ihn befähigt, äußerst vielfältig eingesetzt werden zu können.

Voraussetzungen:

  • qualifizierter Hauptschulabschluß (10. Klasse)
  • Realschulabschluß
  • Gymnasium/Abitur

Lehrzeit:

  • 3,5 Jahre

Ausbildungsziele

Bereiche der Landtechnik, Kenntnisse und Fertigkeiten,

Nachfolgend sollen durch die eingefügten Piktogramme die Ausbildungsziele des Berufes kurz verdeutlicht werden.
Die Erläuterungen und Kommentare stellen nur einen kleinen Ausschnitt aus dem Lehr- und Lernprogramm dar!


Arbeitsplanung unter Verwendung von technischen Unterlagen

  • Arbeitsschritte unter Beachtung schriftlicher und mündlicher Vorgaben abstimmen und festlegen sowie Arbeitsablauf sicherstellen
  • Teilebedarf abschätzen und bereitstellen,
  • Halbzeuge und Normteile nach technischen Unterlagen bereitstellen,
  • Informationen für Fertigung und Instandhaltung beschaffen
  • Werkstoffeigenschaften von Eisen- und Nichteisenmetallen sowie Kunst- und Naturstoffen prüfen

Prüfen, Messen, Kontrollieren

  • Parallelität von Werkstücken nach dem Lichtspaltverfahren prüfen,
  • Formgenauigkeit von Werkstücken vergleichen,
  • Oberflächen auf Verschleiß und Beschädigungen kontrollieren,
  • Form- und Lageabweichungen von Bauteilen, insbesondere mit Meßschieber, Meßuhr und Lehren messen und prüfen,
  • Einzel-und Gesamtfunktion anhand von Inbetriebnahme-und Inspekfionsanleitungen im Ruhe- und Betriebszustand prüfen sowie Ist-Zustand dokumentieren,

Schweißen, Fügen

  • Bauteile auf Oberflächenbeschaffenheit der Fügeflächen und Formtoleranz prüfen sowie in montagegerechte Lage fixieren,
  • Werkstücke und Bauteile zum Schweißen vorbereiten,
  • Betriebsbereitschaft der Schweißeinrichtungen kontrollieren und entsprechend einstellen,
  • Schweißnahtarten an Blechen oder Profilen aus Stahl in verschiedenen Positionen ausführen, prüfen sowie nachbearbeiten,
  • Bleche, Profile und Rohre aus unterschiedlichen Werkstoffen durch Lichtbogenschweißen, Gasschmelzverfahren und Schutzgasschweißen in verschiedenen Positionen fügen,

Be- und Verarbeiten von Werkstücken manuell und maschinell

  • Anreißen, körnen, Kennzeichnung von Werkstücken,
  • Bohrungsmittelpunkte sowie Kontroll- und Meßpunkte festlegen, spanen und trennen von Hand und maschinell,
  • Werkzeuge nach Werkstoff; Form und Oberflächengüte des Werkstückes auswählen,
  • Halbzeug-, Normteil- und Ersatzteilbedarf aus technischen Unterlagen insbesondere aus Zeichnungsunterlagen ermitteln,
  • Formteile aus Blechen und Profilen nach selbstgefertigten Zeichnungen und Skizzen herstellen,

Warten, instandhalten, instandsetzen,

  • Betriebsmittel reinigen und pflegen, Betriebsstoffe, insbesondere Kühl- und Schmierstoffe, nach betrieblichen Anweisungen verwenden,
  • Sicherheitseinrichtungen kontrollieren und deren Funktion sicherstellen,
  • Lagerspiel, Lagervorspannung, Flankenspiel und Reibmomente unter Beachtung von lnstandhaltungsvorschriften prüfen und Sollwerte vergleichen,
  • Funktion von Steuerelementen, insbesondere Temperatur-, Druck-, Position- und Drehzahlgeber prüfen und einstellen,
  • Bremssysteme auf Funktion prüfen und einstellen,

Elektrik, Elektronik, Pneumatik und Hydraulik

  • Schaltpläne, Stromlaufpläne und Anschlußpläne lesen und anwenden sowie wesentliche Klemm- und Schaltzeichen zuordnen,
  • Funktionspläne fahrzeughydraulischer Steuerungen lesen und anwenden,
  • Funktionspläne fahrzeugpneumatischer Steuerungen und Kraftübertragungen lesen und anwenden,
  • Schaltungen mit elektrischen und elektronischen Bauelementen aufbauen,
  • hydraulische und pneumatische Bauteile und Baugruppen demontieren, prüfen und instandsetzen,

Demontieren, montieren,

  • Bauteile mit Schrauben, Muttern und Sicherungselementen unter Beachtung von Reihenfolge, Anzugsmoment sowie Werkstoffpaarung verbinden,
  • Fehler unter Beachtung von Kundenangaben eingrenzen und bestimmen
  • Ursachen von Fehlern und Störungen protokollieren und Fehler beheben,
  • Leistung von Diesel- und Vergasermotoren beurteilen und instandsetzen, Einstellwerte wie Winkel, Spiel, Drücke, Anzugsmomente und Umdrehungsfrequenzen beachten
  • Kühl-, Lüftungs-, Heiz-, und Abgassysteme beurteilen und instandsetzen,
  • Kraftübertragungssysteme, Wellen-, Kupplungen-, Getriebe und Achsantriebe sowie hydrostatische Antriebe, Generator- und Startanlagen instandsetzen,

Einstellen, beurteilen, Störungen eingrenzen,

  • Inspektionen bei Berücksichtigung betriebs- und sicherheitstechnischer Vorschriften vorbereiten,
  • Fahrzeugbau-, Maschinen-, Geräte- und Anlagenteile auf Verschleiß und Beschädigungen prüfen und hinsichtlich Funktionsfähigkeit beurteilen,
  • Funktion von Baugruppen auf Abgasemission und Geräuschentwicklung beurteilen,
  • Instandhaltungs- und Montagearbeiten unter Berücksichtigung der Verkehrs- und Betriebssicherheit von Fahrzeugen und Maschinen kontrollieren,
  • Schäden an angrenzenden Bauteilen und Baugruppen protokollieren,

Installieren von Anlagen

  • Arbeitsplatz auf Montagestellen einrichten,
  • Standort für das Aufstellen und Befestigen von Anlagen prüfen,
  • Rohrleitungen unter Berücksichtigung der zu fördernden Medien, des Gefälles und des Dehnungsausgleiches verlegen und befestigen,
  • Armaturen und Fördereinrichtungen einbauen und auf Funktion prüfen,
  • Betriebsdaten bei Inbetriebnahme ermitteln und mit Sollwert vergleichen,

Ausrüsten, umrüsten

  • Bauteile für den Einbau vorbereiten und auf Vollständigkeit prüfen,
  • Zubehör und Zusatzeinrichtungen einbauen, anschließen und auf Funktion überprüfen,
  • Montageanleitungen der Hersteller beachten, gegebenenfalls Zeichnungsunterlagen lesen und deuten,
  • Hydraulik- und Pneumatikschaltungen nach Angaben, Zeichnungsvorlagen und Schaltplänen aufbauen, anschließen und prüfen,
  • Elektrische Leitungen nach Schaltplänen verbinden, elektrische und elektronische Bauteile und Baugruppen anschließen, Gesamtfunktion prüfen,