Feuchtgetreide -und Feuchtmaisschrot-Konservierung durch Einsatz organischer Säuren

Informationen über Möglichkeiten und Einsatz

Etwa 65% des Getreides in Deutschland werden als Futtergetreide verwertet. Ein weit höherer Anteil von ca. 85% gilt für den Körnermais.
Die Entscheidung zum Einsatz von Getreide und Mais in der Fütterung ist abhängig vom Futterwert, der Einsatzmenge und den betrieblichen Voraussetzungen hinsichtlich Lagerkapazität.

Fallende Getreidepreise, feuchte Druschbedingungen und zunehmende Erträge führen schon allein aus Kostengründen zu einer verstärkten innerbetrieblichen Verwertung von Futtergetreide und Körnermais.

Die Konservierung, Lagerung und Aufbereitung dieser hochwertigen, eigenerzeugten Produkte erhöht die Wertschöpfung des Landwirtschaftsbetriebes und trägt zur Bereitstellung von Futter mit bekannter Qualität und Zusammensetzung bei.
Die Konservierung muß sich dabei am Verwendungszweck der Futtermittel orientieren.




Voraussetzungen für die Lagerung

Regelmäßig,- sieht man vom Jahr 2003 ab - müssen in Deutschland witterungsbedingt zwischen 60 ... 85% des Getreides in nicht lagerfähigem Zustand mit teilweise weit über 14% Feuchte geerntet werden. Die Lagerung von erntefeuchtem Getreide und Mais ist für den Landwirt nicht problemlos.
Feuchtes Getreide und Mais muß daher entweder mit erheblichem Kostenaufwand getrocknet oder unter Zuhilfenahme geeigneter Konservierungsverfahren kostengünstig lagerfähig gemacht werden.

Verderbnisfördernde Faktoren:

  • Feuchtigkeitsgehalte > 14%
  • ungenügende Trocknung
  • sekundäre Wasseraufnahme (Kondenswasser)
  • hohe Umgebungstemperaturen
  • hoher Keimbesatz im Ausgangsmaterial

Vorbereitung der Lagerstätten für Feuchtgetreide-Schrot

  • glatter Betonboden
  • feste Seitenwände ohne Ritzen
  • keine Strohballenals Seitenbegrenzung
  • Eindringen von Feuchtigkeit in den Schrot vermeiden!
  • gründliche Reinigung von Milben, Käfern, Motten (evtl. lnsektizid)
  • schnelle Überführung in einen lagerstabilen Zustand
  • Boden u. Wände evtl. mit feuchtigkeitshemmenden Materialien versehen

Wichtige Hinweise!

für die richtige Einlagerung und Kontrolle von Feuchtgetreide-Schrot

  • Bei der Einlagerung entstehende Schüttkegel sind zur Verminderung eines Kamineffektes einzuebnen. (Schütthöhe max.2,50m)
  • Durch Säurekonservierung ist keine Belüftung zur Lagerpflege notwendig.
  • Bei überdachter, trockener Lagerung ist eine Abdeckung des Getreideschrotes nicht erforderlich.
  • Muß eine Folienabdeckung erfolgen, darf diese erst nach dem Auskühlen erfolgen, -frühestens nach 3 Tagen-, ansonsten besteht die Gefahr der Kondenswasserbildung unter der Folie.
  • Mit Konservierungssäure behandelten Getreide-Schrot nicht festfahren!
    Stapel in regelmäßigen Abständen sensorisch prüfen sowie Temperatur und Feuchte kontrollieren.
  • Nach 2...3 Monaten sollte die Temperatur auf ca. 20°C bzw. darunter abgesunken
    sein.

Bei Einhaltung dieser Faktoren ist das Verfahren der Lagerung von Feuchtgetreide-Schrot eine äußerst unkomplizierte und kostengünstige Variante.
Mengenmäßig nicht ausreichende Dosierung von Konservierungssäure führt zu unbefriedigenden Ergebnissen.
Grund kann sein, daß feuchte und trockene Partien gemeinsam gelagert werden. Die Feuchtigkeit aus der feuchten Charge wandert in die trockene und kann diese verderben. ln solchen Fällen muß die Behandlung trockenen Schrotes in gleicher Dosierhöhe erfolgen wie bei der feuchtesten Partie im Stapel.
Der Landwirtschaftsbetrieb spart nicht bei Unterdosierung!
Behandelten und unbehandelten Schrot nicht gemeinsam lagern!
In kritischen Erntejahren sollte die Dosierung entsprechend der Hinweise des Lieferanten erhöht werden (siehe Dosiertabelle).

Vorbereitung der Lagerstätten für Feuchtmais-Schrot

  • Ideale Bedingungen für Feuchtmais-Schrot bietet das Durchfahrtsilo. Die Breite sollte zur Verringerung der Anschnittfäche möglichst gering gehalten werden. Günstiges Maß: ca. 4,50 m.
    Maximal 6,00 m je nach betrieblich erforderlicher Lagermenge. Abdeckung des Silos sofort nach Abschluß der Erntearbeiten (s. Skizze)
  • Alternativ zum Durchfahrtsilo kann Schlauchsilierung angewandt werden.
    Nachteile dieses Verfahrens sind:
    • nicht immer homogene Befüllung des Schlauches durch wechselnden Preßdruck bei ungleichmäßiger Befüllung
    • fast unvermeidliche Lufteinschlüsse. die zu Schimmelbildung führen können
    • Abhängigkeit für Nachgär- und Erwärmungsprobleme durch Sonneneinstrahlung bei Freiflächenlagerung
  • Feuchtmais-Schrot kann auch unbedenklich in einer vorhandenen Maschinenhalle- unter Beachtung der beschriebenen Forderungen gelagert werden.
    Feuchtmais-Schrot unbedingt ausreichend festfahren bzw. pressen!

1 ) Quaderballen
2 ) 20 cm Zuckerschnitzel
3 ) Folie
4 ) Futterstock
5 ) Durchfahrtsilo

 

 

Zuckerschnitzel verhindern weitgehend die Zerstörung der Folie durch Nager



Praxis-Tipps (Eignung und Einsatz von Feucht-Maisschrot)

  • Neben der unbestritten günstigen Verwertung von Feuchtmais-Schrot in der Schweinemast ist der Einsatz dieses Futtermittels besonders auch für Milchvieh -und Bullenmastbetriebe interessant,
  • Besonders Grünlandbetriebe können so die Vorteile des Maises in der
    Milchviehfütterung sowie der Bullenmast ausnutzen und so die Futtermittelpalette
    durch Eigenerzeugung erweitern.
  • Für den Einsatz von feuchtem Körnermais sprechen die hohen Energiekonzentrationen, sowie im Vergleich zu Weizen oder Gerste günstigere pansenphysiologische Eigenschaften (geringere pH-Wert Schwankungen) Feuchtmais-Schrot paßt ideal in grasbetonte Futterrationen für Hochleistungskühe. So hat sich in den letzten Jahren der Anteil von Feuchtmaisschrot wesentlich erhöht.
  • Die Entnahme erfolgt am besten mittels Fräse z.B. Frontladerfräse oder Futtermischwagen. Bei Entnahme mit der Frontladerschaufel besteht die Gefahr, daß der Silostapel zerrissen wird. Dadurch werden Nachgär- und Erwärmungsprobleme insbesondere im Sommer geschaffen.
  • Feuchtmais erfordert eine genau geplante und schlagkräftige Organisation der Ernte. Zum Termin müssen Mähdrescher mit entsprechender Ausrüstung und Leistung zur Verfügung stehen, gleiches gilt für den Transport und die Schrotmühle.
  • Diesen Forderungen kommt die Firma RABOLD-Landmaschinen nach und bietet dem professionellen Landwirt ein komplettes, leistungsfähiges Ernte- und Verarbeitungssystem. (Technologie siehe nachfolgende Bilddokumente)

Hinweise zur Konservierung

(Aufwandmengen für Flüssigsäuren, Produktempfehlungen)

Die Säurekonservierung mit organischen Säuren bzw. deren Salzen gehört zu den verbreitetsten Verfahren neben der Trocknung. lm Vergleich zur Trocknung ist der Kostenaufwand wesentlich geringer.
Zur chemischen Konservierung werden häufig Säuren mit einem

pH-Wert 2,3 und Säurekonzentration von 99,5 %   eingesetzt

Kombipräparate (Mischungen mit anderen Säuren) mit pH-Werten von 4,5-5,0 sind weniger aggressiv, bedürfen weniger aufwendiger Arbeitschutzmaßnahmen - sind allerdings teurer und die Dosiergaben höher.
Dosieranordnungen des Lieferanten sollten unbedingt eingehalten werden !!

Die am Korn anhaftenden Mikroorganismen werden durch spezielle Konservierungssäuren abgetötet und deren Vermehrung verhindert  enzymatische Umsetzungsprozesse werden gestoppt. Sie wirken bakteriologisch und fungizid und können im Stoffwechsel der Tiere verwertet werden. 

1,0 Itr. KOFA Grain pH5 entspricht der Energie von 2,0 kg Gerste

  

Aufwandsmenge in Abhängigkeit von der Kornfeuchte und der Konservierungsdauer ( in % = ltr./dt Getreide)

Feuchtigkeitsgehalt der Körner  (%)

Konservierungsdauer in Monaten

bis 1

1-3

3-6

6-12

14 - 16

0,35

0,45

0,50

0,55

16 - 18

0,40

0,50

0,55

0,65

18 - 20

0,45

0,55

0,65

0,75

20 - 22

0,50

0,65

0,75

0,85

22 - 24

0,55

0,70

0,85

0,95

24 - 26

0,60

0,80

0,95

1,05

26 - 28

0,70

0,90

1,05

1,15

28 - 30

0,80

1,00

1,15

1,30

30 - 32

0,90

1,10

1,25

1,45

32 - 34

1,00

1,20

1,35

1,60

34 - 36

1,10

1,30

1,50

1,75

36 - 38

1,25

1,45

1,65

1,90

38 - 40

1,40

1,60

1,80

2,05

40 - 42

1,55

1,75

1,95

2,20

42 - 44

1,70

1,90

1,10

2,35

44 - 46

1,85

2,05

2,25

2,55

46 - 48

2,00

2,20

2,40

2,75

48 - 50

2,15

2,35

2,60

2,95

Quelle: ADDCON

Achtung! Für CCM und Feuchtmaisschrot gilt:

Offensilierunq = 1,2… 1,5 ltr./dt    Foliensilierung = 0,3… 0,6 ltr./dt




Erntetechnologie Feuchtmais

Die Erntetechnik:

  • Maispflücker ,,Geringhoff" Typ: Rota-Disc / RD
    hohe Leistung bei schonender Behandlung der Kolben


  • CLAAS-Mähdrescher Type: Lexion 480
    Leistung: 305 kW/ 415 PS





Die Schrotmühle

  • Hammermühlenaggregat Type: GSM-355 / 60-Eigenbau Bauart : RABOLD
    Leistung
    : Motor 272 kW/370 PS - Mühle : 60.0 to / Std.
    elektronische Gesamtregelung, 3x Dosiersysteme integriert










Die Lagerung

  • Abtransport ab Feld wahlweise mit
    betriebseigener Technik des Landwirtschaftsbetriebes
    bzw. durch RABOLD-Landmaschinen mit LKW

- Lagerung im Durchfahrtsilo oder

 

 

- Schlauchsilierung